Drogen, Sex und gute Laune (Autobiographie) von Manfred Jelinski

Bei diesem Buch handelt es sich um die Autobiografie von Manfred Jelinski. In diesem ersten Teil geht es ausschließlich um seine Erlebnisse in den 60er Jahren.

Inhaltsangabe:
Worum geht es in diesem Buch? Nun, der Titel sagt es allen Leuten, die gewohnt sind, schnelle Kaufentscheidungen zu treffen: Drogen bis zum Abwinken, Sex bis nicht mehr geht und gute Laune, wenn dafür noch Zeit war. Für den kundigen Literaten und sogar für alle diejenigen, denen das aus Gewohnheit zu einfach ist, sei verraten, dass der Autor natürlich noch mehr im Sinn hatte. Zum Beispiel festzustellen, wie plattgedroschen heutige Ansichten über „die 60er“, schlimmer noch: über „die 68er“, die Beatnicks, die Hippies, überhaupt die Jugend dieser Zeit in der allgemeinen Betrachtung abgespeichert sind. Es war ganz anders! Und in der Fülle der damals getätigten Aufzeichnungen, der gesammelten Fotos, Filme und Erinnerungsstücke erkannte auch der Aufschreiber dieser Erlebnisse, dass sich überraschende und längst unterdrückt geglaubte Schlüsse ziehen lassen. Zum Beispiel, welche Chancen damals und bei den kommenden Generationen verspielt wurden. Vielleicht gelingt das besser von unten als aus der Sicht eines Popstars oder Politikers. Aber für den schmökerhungrigen Unterhaltungssuchenden genügt eigentlich auch der Titel als Beschreibung. Drogen, Sex und gute Laune eben.


Zum Inhalt:
Wie die Inhaltsangabe treffend wiedergibt, geht es in diesem Buch um Manfred Jelinskis Zeit in den 60er Jahren. In ausführlichen Kapiteln beschreibt er die Ereignisse sehr intensiv. Manche Ereignisse werden hingegen nur angerissen. Durch die nicht chronologische Anordnung der Kapitel tat ich mir schwer einschätzen, wie alt der Autor zu dem jeweiligen Zeitpunkt war. Auf Seite 340 befindet sich eine Zeitlinie. Diese hätte ich zu Anfang benötigt, um immer wieder während dem Lesen nachsehen zu können in welchem Jahr ich mich befinde.

Die einzelnen Kapitel sind zum Teil mit Humor und zum Teil mit ernst geschrieben. So manch Szene bringt einen zum Schmunzeln oder zum Lachen. Was sich für mich besonders heraus kristallisiert hat ist, dass Sex und Drogen zum Alltag gehörten. Die Jugendlichen wollten in dieser Zeit aus dem Alltäglichen ausbrechen und sich nicht mehr von den Eltern kontrollieren lassen. Diese waren ja bekanntlich durch den Krieg vorbelastet. Man fühlte sich damals unverstanden und eingesperrt. Mit einfachen Worten gesagt: Es wurde rebelliert. Mir wurde beim Lesen klar, dass man einige Aspekte mit heute vergleichen kann und diese auch übereinstimmen.

In diesem Buch berichtet der Autor intensiv über seine ersten Filme, das Trampen und „Herumreisen“, das Kino, das er mit seinen Freunden betrieb und die damit verbundenen Probleme mit den Behörden. Natürlich darf man die Drogen und den Sex mit den Mädchen nicht vergessen. Aber das sagt ja schon der Titel.

Im Nachhinein muss ich zugeben, dass mich die detaillierten Schilderungen und das viele abwechseln von Drogen und Sex nervten. Ich sehnte das Ende von zu manch Kapitel herbei. Es kann aber auch daran liegen, dass ich absolut gegen Drogen- und Alkoholmissbrauch bin. Oder es liegt an meinem Alter mit 23 Jahren.

Gefallen hat mir die Bildergalerie (ca. 60 Seiten) am Ende des Buches. Hier konnte man sich des Autors Leben durch die Bilder leichter vorstellen. Ich hatte mir allerdings gewünscht, dass die Bilder jeweils nach den Kapiteln kamen, damit leichter eine Verbindung hergestellt werden konnte.

Mein Fazit:
Eigentlich ist das eine interessante Autobiographie. Durch den Autor sehe ich die 60er Jahre nun in einem anderen Licht und kann so manch Erwachsenen, der dies erlebt hat, besser verstehen.
Trotzdem gab es für mich einige sehr langatmige Stellen.

 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Flatterfeen.

 

 Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

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