Alice - Follow the White von Stephanie Kempin

"Ohne auf die teils überraschten, teils erschrockenen Ausrufe hinter sich zu achten, feuerte sie in rascher Folge drei Kugeln in den Sarg." - Zitat aus dem Buch

Inhaltsabgabe (gekürzt):
Alles beginnt mit Bettys Beerdigung, wegen der der Unterricht an Miss Yorks Schule ausfallen muss: Auf einmal stört Zoey die Zeremonie, schießt mehrfach auf den Sarg und verschwindet, als wäre nichts gewesen. Doch wenig später steht Betty aus ihrem Sarg auf und macht sich auf die Suche nach ihrer postmortalen Mörderin. Sie findet Zoey und macht mit ihr kurzen Prozess. Ihre besten Freundinnen Alice und Chloe finden Betty, während sie sich noch über die Leiche beugt. Eigentlich müssten sie Betty verpfeifen, doch schnell beschließen die drei Freundinnen, gemeinsam Hals über Kopf zu flüchten.

 

 


Zum Cover:
Als ich das Cover gesehen habe, war ich doch sehr überrascht, da ich mit der Farbwahl nicht gerechnet hatte. Dennoch wurden die Märchenelemente gut mit den Farben kombiniert und ergeben so ein sehr ansprechendes Cover.

Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt so, wie der Klappentext es zusammenfasst.
Wir befinden uns auf Bettys Beerdigung, Zoey kommt und schießt auf den Sarg. All das nützt nichts, Betty steht wieder auf. Sie kehrt zum Internat zurück und erfährt von Zoey höchstpersönlich, dass sie postmortal von ihr ermordet wurde. Zoey überlebt diese Begegnung nicht, Alice und Chloe erwischen Betty dabei. Trotz allem fliehen sie gemein und wollen herausfinden warum das alles passiert ist. Von einem geheimnisvollen Kaninchen werden sie in eine andere Welt entführt und erleben so das Abenteuer ihres Lebens. Bald verschwimmen Realität und Fiction. Ich habe die Inhaltsangabe gekürzt, weil sie meiner Meinung nach zu viel verrät.

Die Autorin hat einen sehr bildhaften Schreibstil. Sie beschreibt die Umgebung und die Figuren sehr intensiv, sodass man sie sich sehr gut vorstellen kann. Man liest die Geschichte aus der Sicht von Alice, vor jedem Kapitel befinden sich Tagebucheinträge von Betty. Diese geben einen sehr tiefen Einblick in Bettys Gefühlsleben und eine andere Sicht auf die Situation. Leider hatte ich immer wieder das Gefühl, die Beiden schweifen mit ihren Gedanken vom eigentlichen Thema ab. Immer wieder gab es Sätze und Szene, die ich in jenen Situationen als unnötig oder fehl am Platz empfand. Dadurch zog sich die Geschichte leider etwas in die Länge. Außerdem gibt es immer wieder sehr verschachtelte Sätze. Diese haben dafür gesorgt, dass mein Lesefluss unterbrochen wurde, da ich diese ein zweites Mal lesen musste. Leider kamen auch immer wieder ein paar Sinnfehler vor.

Besonders gefallen haben mir die Anspielungen auf sämtliche Märchen. Im Verlauf der Geschichte lernen wir einige Figuren davon kennen, andere werden wiederum nur kurz erwähnt. Die Parallelen zu den Märchen wurden perfekt in die Geschichte eingebunden. So manche Parallele und so mancher Dialog brachten mich zum Schmunzeln oder zum Lachen. Jedenfalls wurde ich wunderbar unterhalten.

Die Idee zur Geschichte fand ich wirklich gut, nur müsste man ein klein wenig an der Umsetzung arbeiten. Das Ende war für mich ein wenig undurchsichtig und abrupt. Ich konnte die Gründe leider nicht wirklich nachvollziehen und rätselte über die Motive. Leider wurden auch nicht alle Fragen beantwortet.

Die Protagonisten selbst wurden sehr gut ausgearbeitet. Jede Figur war greifbar, ihre Fähigkeiten haben mich anfangs verwirrt. Im Laufe der Geschichte hat sich allerdings geändert. Ich fand die Fähigkeiten sogar sehr faszinierend. Ich fand es auch total cool, dass einige unserer Hauptprotagonisten selbst Charakterzüge, Fähigkeiten oder sonstige Dinge oder Elemente haben, die zu bekannten Märchen gehören. Die Anspielungen auf die "reale" Welt waren ebenso genial wie auf die Märchenwelt.  Die Kombination Märchen und Untote passte überraschender Weise auch wunderbar zusammen.  Die Verwendung der Spiegel war faszinierend.

Mein Fazit:
Alles in allem war es eine sehr gute Geschichte. Mir gefielen die Ideen dazu. Die Dialoge ließen mich Schmunzeln und ich wurde gut unterhalten.


Ein Dank geht an den Papierverzierer Verlag für das Rezensionsexemplar. Herzlichen Dank!

 

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Flatterfeen .

 

 

 

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