Glacies - Gefangen im Eispalast von Sarah Stankewitz

Inhalt:

Stella wird überraschenderweise ausgewählt, eines der beiden Mädchen zu sein, die in den Palast ziehen und eventuell einen der beiden Prinzen heiraten darf. Auch wenn sie ihre Mutter eigentlich nicht alleine lassen will, fügt sie sich in ihr Schicksal und macht sich auf den Weg zum Palast von Glacies. Wird es Stella schaffen sich mit dem Gedanken anzufreunden eventuell ein Königreich zu regieren? Kann sie es schaffen, das Herz eines Prinzen für sich zu gewinnen? Oder wird sie vielleicht selber, die große Liebe finden?

Cover:

Der Coverdesigner hat hier ein wahrliches Meisterwerk gezaubert. Das Cover gehört definitiv zu meinen Cover Highlights des Jahres 2016 und schon allein dafür lohnt sich ein Kauf. Die Umrahmung des Bildes durch leichte Eiskristalle und die Farbwahl passen sehr gut zur Geschichte um Stella und die beiden Prinzen. Im Hintergrund erkennen wir das Schloss und wir sehen, dass alles mit der im Buch beschrieben Eisschicht überzogen ist. Schon beim betrachten des Covers habe ich mich wie eine kleine Eisprinzessin gefühlt.

Charaktere:

Stella, ein Mädchen welches alleine mit ihrer im Rollstuhl sitzenden Mutter lebt wird ausgewählt, dass sie die beiden Prinzen kennen lernen und eventuell einen von ihm heiraten soll. Auch gegen ihren Willen wird sie in den Palast gebracht und nimmt ihre Rolle dann sehr schnell an und verliebt sich. Leider fehlten mir bei der Protagonistin ein paar Ecken und Kanten. Sie hinterfragt zwar das Eine oder Andere und will auch zu Beginn nicht so richtig, aber meistens fügt sie sich doch Recht schnell in ihr Schicksal. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr den Dickkopf gewünscht, der zum Ende des Buches erkennbar ist.

Alexander und Damian, die beiden Prinzen, sehr unterschiedlich und doch beides wahnsinnige Frauenmagnete. Gutes Aussehen und einen unwiderstehlichen Charme haben beide Prinzen, doch jeder auf seine eigene Art und Weise. Alexander ist eher der vernünftigere, der „Frauenversteher“ mit einem samtig weichen Charme. Wohingegen Damian eher der wilde, verschlossene Typ ist, welcher eine gewisse Gefahr ausstrahlt. Wenn ich mich entscheiden müsste, ich würde ganz klar Damian wählen.

Dazu gibt es noch eine bunte Mischung der unterschiedlichsten Nebencharaktere, die die Geschichte abrunden und zu einem Märchen werden lassen. Da gibt es die beste Freundin, die Konkurrentin, die verbündete Zofe und viele mehr. Aber besonders könnt ihr euch auf einen kleinen Drachen mit dem Namen Pepperpue freuen.

Meinung:

Der Schreibstil von Sarah Stankewitz ist schön, flüssig und man fliegt nur so über die Seiten. Sie hat eine rundum runde Geschichte erschaffen und entführt uns in eine schöne Welt, welche vollkommen mit Eis überzogen ist. Durch ihre bildhafte Schreibweise konnte ich nicht nur die eisüberzogene Welt sehen, sondern auch spüren und ich muss sagen, ich kam mir vor wie eine kleine Eisprinzessin. Einfach traumhaft! Da das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist und wir daher alles aus Stellas Sicht erleben, wird dieses Gefühl sehr schön verstärkt.

Man merkt, dass sich die Autorin viele Gedanken gemacht hat um auch die Gegensätzlichkeit der verfeindeten Reiche Glacies und Perion gut darzustellen. Da wir die Eis Welt in ihrer größten Vielfalt kennen lernen und viele Details entdecken, hätte ich mir gerne ein paar mehr Infos über das Königreich Perion gewünscht.
Das Märchen über das arme Mädchen, das die Chance bekommt einen Prinzen zu heiraten und sich in diesen verliebt ist nicht neu, hat aber durch Sarah Stankewitz ein neues tolles Gewand bekommen. Wir lernen mit Stella gemeinsam die beiden Prinzen und das Königspaar, sowie auch die Pflichten eines Königspaares kennen. Wir verlieben uns, verzweifeln mit ihr und entdecken das ein oder andere Geheimnis.
Am Ende des Buches baut die Autorin noch etwas Spannung mit ein, bevor die finale Auflösung der Frage kommt, wer nun wen heiratet und den Thron besteigt. Sarah Stankewitz hat einige sehr gute Ideen gehabt, deren noch etwas konsequentere Umsetzung bestimmt den ein oder anderen Spannungsmoment mehr ins Buch gebracht und es dadurch für mich noch besser gemacht hätte.-Gerade das Ende war mir persönlich leider zu rund, zu schnell und zu harmonisch im Ablauf.

Alles in allem ist es eine sehr tolle Entführung des Lesers in eine märchenhafte Welt und ich bin glücklich, dass ich diese Reise angetreten habe. Ich habe sie sehr genossen.

Mein Fazit:

Ich liebe das Märchen vom armen Mädchen, das sich in einen Prinzen verliebt. Auch die Version von Sarah Stankewitz hat mich direkt in ihren Bann gezogen und ich wollte das Buch nicht mehr weglegen. Da ich den Ausflug in die Eis Welt sehr genossen habe, aber doch den ein oder anderen Kritikpunkt hatte gibt es von mir für das tolle Märchen Glacies



4 von 5 Flatterfeen
und trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle diejenigen,
die gerne in eine schöne Märchenwelt abtauchen und den Traum eines jedes Mädchen leben möchten.

(c) Freya

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