Himbeermond (Colors of Life 1) von Mella Dumont


Klappentext:

 

»Ich habe Halluzinationen«, beichtet Lina ihrer besten Freundin. »Ich sehe manchmal schwarzen Nebel.« Lina hat sich vor kurzem gemeinsam mit Angie an der Universität Trier für Psychologie eingeschrieben – gegen den ausdrücklichen Wunsch ihrer Familie, die Berlin oder Leicester als Studienort vorzogen. Bald begreift sie, dass es nicht bei schwarzem Nebel bleibt – immer häufiger sieht sie die Gefühle der anderen Menschen! Die äußerst nützliche Gabe bringt die Freundinnen bald in erste Schwierigkeiten. Als Lina begreift, warum sie besser nicht nach Trier gekommen wäre, ist es vielleicht zu spät … und da ist dann noch Leo … 

 

Meine Meinung: 

 

Der Schreibstil ist leicht und meist flüssig zu lesen. Am Anfang war es etwas holprig in der Formulierung, oft hatte ich das Gefühl die Autorin war sich nicht wirklich sicher, wie sie ihre Ideen ausführen soll und es machte oft den Anschein, wie wenn sie zwei Sätze in einen packen wollte. Nach ca. 1/4 des Buches wurde das aber schnell besser und man hatte das Gefühl die Autorin hat sich eingeschrieben. 

 

Da ich selbst Pfälzerin bin, war ich sehr neugierig auf die Beschreibungen zu der schönen Stadt Trier. Man merkte wohl, dass sie vielen tollen Plätzen hier ein Zuhause geben wollte, aber leider fehlte es mir hier doch sehr an den Ausführungen, um den Charme der Sehenswürdigkeiten an den Leser zu bringen. Was nun aber nicht soooo relevant ist, das war einfach Neugierde von mir und fällt somit auch nicht in meine Wertung ;-) ich denke allerdings weniger Plätze, dafür aber vll etwas mehr Tiefe wäre toll gewesen.  

 

Die Chraktere sind weitgehends gut beschrieben und durch die Fähigkeit des Farbnebels, kann man sie sich super vorstellen. Was mich allerdings etwas gestört hat, waren diese Schubladencharaktere, wie ich sie gerne nenne... es war immer alles ganz klar ... der ist der Böse, der ist der Gute, der ist verlässlich etc. mir hätte es gefallen, hier etwas mehr Abwechslung zu bekommen, vielleicht z.B. bei Leo liebevoll, empathisch ist super aber so ein bisschen Biss in Form von Sarkasmus, zynischen Zügen, oder einfach, vom Einfluss des Clans, etwas Arroganz, hätten die Persönlichkeit des Chrakters viel interessanter gestaltet. Ein weiterer Kritikpunkt für mich, ist die Monotone Namenswahl >.< irgendwie fand ich das etwas langwelig, ich verstehe zwar den Sinn dahinter (bestimmte Rituale weiter zu führen) aber trotzdem wirkte es recht einfallslos, dass sich viele Namen wiederholen in anderen Personen.  Generell fehlte mir auch bei den Charakteren die Tiefe, alle sind irgendiwe oberflächlich beschrieben und haben keine tieferen Gefühle oder Facetten welche man als Leser erkunden könnte, durch die Farbnebel kann man zwar erahnen, dass die Charakteren mehr zu bieten hätten, aber das wars auch schon.

 

An sich war die Idee und die Geschichte nett und gut, aber es fehlte mir hier so der WoW Effekt, hier wurde viel Potential einfach verschenkt. Viel zu oft gab es Stellen die einfach vor sich hin tümpelten und somit sehr langweilig wirkten. Mir fehlte ein richtig toller Spannungsbogen, denn jedes mal wenn Spannung aufkam wurde es recht schnell aufgelöst, der längste Bogen ging bis Mitte des Buches und es folgte nichts wirklich spannendes mehr was mich fesseln konnte. Ebenso fehlte mir in den vielen Handlungen die Tiefe, die Liebesgeschichte entwickelt sich einfach zu schnell und nicht nachvollziehbar, was findet Leo so spannend an Lina oder umgedreht? Wann genau haben sie sich verliebt? Wie haben sie sich verliebt?   Ich kann es ehrlich gesagt nicht beantworten, auch die Emotionen kamen bei mir nicht an ... ich konnte nicht mit fiebern, leiden oder sonstiges, das hat mir sehr gefehlt. Aber vor allem man kann mit ihnen nicht zusammen die tiefe Liebe, wie sie sein soll, nachempfinden und es wird einem nicht warm ums Herz.  

Trotzdem gab es auch positives was mich an dem Buch festhalten lies, die Familiengeschichte von Lina zum Beispiel. Was haben sie alle zu verbergen, wie kam es zu der Krankheit ihrer Tante? Allerdings hätte ich mir von Lina da auch etwas mehr Einsatz gewünscht der Sache auf den Grund zu gehen, letzten Endes hatte ich das Gefühl ihr flogen mehr oder weniger alle Infos zu. Meine Lieblinge in dem Buch sind ganz klar Darko, denn er hat neben seiner klaren Aura, doch eine sehr ansprechende Art, in ihm schlummert eben ein kleiner Badboy, der klar zeigt, was er von einer Sache hält und nicht lange rumfackelt. Seine Ungeduld und seine Impulse machen ihn für mich zu einem Liebling. Ebenso wie Angie, sie ist flippig, spontan, liebenswert und verlässlich, aber gerade dieses Konstellation machen sie irgendwie interessant. Sie sieht sich Dinge an und geht spontan auf alle Gegebenheiten ein. Die Freundschaft zwischen ihr und Lina kann ich gut verstehen und es ist eine der wenigen Verbindungen, die hier sehr detailliert und authentisch rüber kommen. 

Sehr gut gefallen hat mir auch die Darstellung des Farbnebels und wie Lina mit ihrer neuen Gabe sich anfreundet und sie lernt zu steuern. Die Umsetzung dazu ist in meinen Augen sehr gut gelungen und ich bin gespannt wie sich diese Fähigkeiten entwickeln, denn dass sie mächtiger werden, davon bin ich überzeugt :)  Außerdem hoffe ich, dass ich noch mehr Infos zu Tante Mel bekomme, denn dieser Part gefällt mir sehr gut,  vor allem merkt man, wie Mel um ihre Zukunft kämpft, die eigentlich gar nicht mehr sein sollte. 

 

Fazit:

 

Eine wirklich tolle Idee, erfrischend zu lesen. Viele Momente, die durchaus spannend werden hätten können, verpuffen aber leider sehr schnell wieder. Trotzdem werde ich weiterlesen, ich will mehr über Darko, Tante Mel und den Fähigkeiten von Lina erfahren. Das Buch kann sehr gut lesen wenn man mal nichts Anspruchsvolles will. 

 

Meine Bewertung für dieses Werk zeigen wie immer meine Flatterfeen an:

 

 

Für einige tolle Ideen  und auch weil es schön zu lesen war, aber ich hoffe auch, dass der zweite Band hoffentlich etwas mehr an Tiefe und Spannung zu bieten hat. 

 

~Rezension von Alisea~ 

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