Wo der Regenbogen anfängt... von Julia Bohndorf

Eine Reise, die eigentlich unmöglich ist, sensibilisiert uns für ein Thema das viel zu unbekannt ist. Gefühlvoll und ergreifend!

 

Dieses Buch wollte ich lesen, da ich gespannt war, wie man ein so ernstes Thema in eine Geschichte mit Fantasy verpacken kann und ob dies wirklich gelingen kann.

 

 Inhalt: "Maeve und Niamh McKee sind Vollwaisen. Zu allem Überfluss kämpft die elfjährige Niamh gegen Leukämie und ihre 21 jährige Schwester scheidet als Knochenmarkspenderin aus. Die beiden begeben sich auf einen Road Trip von Berlin nach Wicklow in Irland, um Niamh neuen Lebensmut zu geben und vielleicht sogar, in der Heimat ihrer Eltern, einen passenden Spender zu finden. Die Fruchttüte in der Big Mac Verpackung und der verhedderte Regenschirm in der Bärenfellmütze vor dem Buckingham Palace bilden nur den Anfang von Ereignissen auf einer Reise, die neue Lebensfreude und Zeit zum Lachen und Weinen schenkt. Doch kurz bevor sich der Road Trip dem Ende neigt und der quälende Krankenhausalltag wieder Einzug hält, erscheint das personifizierte Glück in Form eines scheinbar fantastischen Wesens vor den Schwestern und benötigt dringend ihre Hilfe ..."

 

Eigentlich weiß ich nicht, wie ich beginnen soll, mir fehlen die richtigen Worte, die diesem auserordentlichen Werk gerecht werden.
Nie hätte ich gedacht, dass ein Buch über so ein ernstes und wichtiges Thema mich einerseits so berühren kann, Aufklärungsarbeit leistet, ohne langweillig zu wirken oder gar wie ein medizinisches Fachbuch scheint, andererseit mir aber auch so viel Freude und schöne Stunden bereiten kann.

 

Julia Bohndorf ist es mit diesem Buch gelungen, den Leser auf eine Reise zu schicken, die zum Nachdenken anregt und auch durchaus jeden der sich darauf einlässt, in seinen Bann zieht.
Die Gefühle werden so gut beschrieben, dass man glaubt, man steht neben der kleinen Niamh, die an Leukämie erkrankt ist und muss sie in den Arm nehmen, sie trösten. Aber manchmal will man einfach auch ihre Schwester zur Seite stehen, für sie da sein und ihr eine Last von den Schultern nehmen. Ein paar Seiten weiter spürt man wieder die ungebrochene Lebenslust der kleinen Patientin, auch wenn sie manchmal schwarze Momente hat. Sie wirkt oft so erwachsen und handelt so vernünftig, doch im nächsten Moment ist sie wieder die 11 Jährige, die einfach nur gesund sein will.

 

Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach zu lesen. Oft sehr beschreibend, dass man sich die ganzen Orte sehr gut vorstellen kann, ohne das dabei Langeweile aufkommt. Gefühle wir Traurigkeit, Lebenslust, Freude, Liebe, Hoffnung, aber auch manchmal ein wenig Hoffnungslosikeit begegnen uns auf allen Seiten und werden so real rüber gebracht, dass man richtig mitleben muss.

 

Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet, haben eine gut durchdachte Hintergrundgeschichte und ich konnte ihr Handeln sehr gut nachvollziehen. Für mich war alles stimmig. Die beiden Hauptprotagonistinen muss man einfach lieb gewinnen und man zittert, weint, lacht und hofft bis zum Ende mit den beiden mit.

 

Das Cover fand ich erst nicht so ansprechend, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie es zu dieser Geschichte passen sollte. Jetzt nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich da anderer Meinung. Es spiegelt einen wichtigen Teil der Geschichte wieder. Die beiden Reisenden stellen unsere Hauptprotagonistinen dar und dadurch, dass sie nur in schwarz dargestellt sind, bleibt jeder Fantasie selbst überlassen, welches Aussehen die beiden Mädchen bekommen.
Der Titel ist sehr gut lesbar und zudem überaus passend für dieses Buch. Verbinde ich nicht nur Irland mit dem Anfang eines Regenbogens, sondern auch Hoffnung und diese brauchen die beiden Mädels ganz sicher!

 

 Fazit: Es ist einfach so wundervoll geschrieben, das Hoffen, die Traurigkeit, aber auch die Freude und die Liebe....so viele Gefühle, die das Buch so gut rüber bringt und man fast, aber nur fast, vergessen kann, dass die kleine Niamh todkrank ist. Ich habe richtig mitgelebt mit diesem Buch und finde es sensibilisiert für dieses Thema. Es klärt auf, da viele immer noch das Vorurteil haben und nicht wissen um was es wirklich geht und das auf so wunderbare Weise, dass man gefangen wird und nicht mehr los kommt.

Ich hoffe so sehr, dass ganz viele Leute dieses Buch in die Hand nehmen und wenigstens ein paar sich registrieren lassen und bereit zum Spenden sind.


Ich für meinen Teil habe mich auch schon weiter erkundigt, wie das bei uns in Österreich läuft. Dazu gibt es auch eine sehr informative Seite: http://www.stammzellspende.at/
Für Deutschland: http://www.dkms.de/de

 

Bitte lasst euch typisieren, ihr könntet damit ein Leben retten!

 

Für dieses Meisterwerk vergebe ich

 

 

und eine Leseempfehlung für JEDEN, egal welche Genre ihr sonst gerne lest. Lasst euch einfach darauf ein, ihr werdet es nicht berreuen!

(c) nariel

 

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