Umdrehung: Das Leben steht still von Sonja Bethke-Jehle

Zusammenfassung:

Ben und Zita sind seit kurzem ein Paar. Er ein farbiger Polizist und sie ein zickiges verwöhntes Mädchen aus reichem Elternhaus. Doch dann wird Ben bei einem Einsatz angeschossen und bleibt querschnittsgelähmt. Ab sofort sehen sich die beiden mit ganz neuen Problemen konfrontiert. Nun geht es nicht nur darum, dass Ben von Zitas Eltern nicht akzeptiert wird oder Ronald, Ben's bester Freund, Zita nicht mag. Sie müssen sich nicht nur mit den physischen Folgen dieses Unfalles auseinander setzen, sondern auch mit den psychischen Folgen.

Protagonisten:


Die beiden Hauptprotagonisten sind Ben und Zita.
Ben wirkt von Anfang an sehr sympathisch. Ob aus der Sicht von Roland, aus seiner Sicht oder aus der Sicht von Zita. Trotz seiner Behinderung und dem Schock, entwickelt er sich wieder zu dem positiven Menschen der er ist. Im Verlauf des Buches versteht man, wieso seine Angst Zita zu verlieren am Anfang so groß ist.

Zita lernt man zuerst aus Sicht von Roland und Ben kennen. Es ist schwer sie einzuschätzen, da man zunächst eher einen negativen Eindruck von ihr gewinnt. Durch ihre Gedanken und Gefühle, lernt man Zita als ein unsicheres Mädchen kennen, dass bisher nicht wusste was sie wirklich will und kann. Durch die Behinderung von Ben muss sie sich mit ganz anderen Dingen auseinander setzen, die sie auch in ihrer Persönlichkeit stärken und ihre Weiterentwicklung fördern.

Als Nebenprotagonist, aber doch wichtige Person sollte Roland erwähnt werden.
Roland ist der beste Freund und Kollege von Ben. Er möchte nur das Beste für Ben und hat daher seine Probleme mit Zita. Auch Roland muss erstmal verarbeiten welches Schicksal seinen Freund ereilt hat. In seinem Umgang mit Ben ist er der Gegenpol von Zita. Dies sorgt in der Beziehung zwischen Roland und Zita für erneute Spannungen, die sich jedoch auch im Laufe des Buches verändern und verbessern.

 

Meinung:

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Sonja Bethke-Jehle beschreibt sehr plastisch die Gedanken und Gefühle der Protagonisten. Durch die Perspektivenwechsel ermöglicht sie dem Leser einen Einblick in die verschiedenen Situationen der Betroffenen. Dadurch erreicht sie eine umfassende Übersicht über Problematiken und den Umgang mit einer plötzlich auftretenden Behinderung. Außerdem schafft sie es so, dass der Leser direkt in die Geschichte eintaucht und mit den Protagonisten hofft, bangt und mitfühlt. Durch ihre Ausgewogenheit aus Emotionen und fundiertem Wissen hat Sonja Bethke-Jehle ein Buch geschrieben, dass den Leser nicht mit medizinischen Erkenntnissen und Wissen erschlägt ihm allerdings klar aufzeigt, dass selbst die heutige Medizin ihre Grenzen hat und wie es betroffene Paare schaffen gemeinsam einen solchen Einschnitt zu verarbeiten und gemeinsam weiter zu leben. Nicht nur Ben durchläuft hier einen Reifungsprozess, in dem er lernen muss positiv in die Zukunft zu schauen und sich trotzdem als vollwertige Person zu sehen, sondern auch Zita verändert sich im Laufe des Buches und lernt Verantwortung für ihr Handeln zu nehmen und sich kritisch zu hinterfragen. Auch Ben's bester Freund Roland muss sich neu orientieren und legt eine ganz andere Weise dar mit Ben und der Behinderung umzugehen.

Cover:


Zur Optik des Covers möchte ich noch erwähnen, dass es zwar passend zur Situation ist und man vieles aus der Geschichte mit dem Cover verbinden kann, allerdings wäre es mir vermutlich so nicht aufgefallen, da es doch sehr unauffällig gestaltet ist.


Mein Fazit:

Mit diesem Buch hat Sonja Bethke-Jehle mir eine neue Welt geöffnet. Bisher habe ich mich aus Respekt vor diesem Thema an kein Buch herangetraut. Sie schafft es sehr einfühlsam, aber nicht beschönigend, das Thema Behinderung und ihre Folgen für die betroffenen Personen und das Umfeld darzustellen. Die Perspektivenwechsel haben mir persönlich sehr geholfen, die einzelnen Handlungen und Gedanken nachzuvollziehen. Ich hätte mir allerdings kurz vor Ende des Buches noch einmal ein Kapitel aus Sicht von Zita gewünscht, um noch etwas mehr über ihre Weiterentwicklung zu erfahren. Was mich im Nachhinein noch etwas stört ist, dass zu Beginn einige Klischees bedient werden. Vor allem in Hinsicht auf Zita (zickig verwöhnt). Allerdings ist so auch noch mehr Entwicklungspotential für Zita vorhanden.
Auch bin ich persönlich kein Freund von offenen Enden. Allerdings ist hier noch eine Fortsetzung geplant auf die ich mich sehr freue und somit sehr gut mit dem offenen Ende leben kann.

Es gibt von mir


4 Flatterfeen und eine klare Kaufempfehlung. Ich freue mich schon jetzt sehr auf die Fortsetzung, die in 2016 erscheint und hoffe, dass die liebe Sonja ihr vorhandenes Potential noch mehr ausschöpft.

(c) Freya

 

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