Raubzug des Phoenix von D. B. Granzow

Ein Buch das uns lehrt was wertvoll ist und wie glücklich wir uns schätzen können!

 

Diese Rezi ist wahrscheinlich die, die bisher am schwersten zu schreiben ist, um euch wirklich ein Bild davon zu geben wie es mir bei diesem Buch erging. Ich bin wie immer ganz ehrlich und ich kann euch verraten, diese Geschichte hat mich fertig gemacht! Aber bevor ich euch erkläre warum, hier erst einmal ein erster Eindruck davon.

 

Inhalt: "Die Welt wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Es gibt keine weitreichende Ordnung. Chaos und Verwüstung regieren die Welt. Hunger, Krankheiten, Tod. Die Welt als Friedhof. Der Ruin der Menschheit. Die Weltbevölkerung ist so niedrig wie nie. Hunderte von Jahren bekämpften sich die Menschen untereinander. Was nicht durch Menschenhand zerstört wurde, machte die Natur dem Erdboden gleich. Die Überreste bilden das Leben am Ende unseres Jahrtausends. Was passiert in der Stadt? Eine Frage, die sich Hayden häufig stellt. Sie zweifelt ihr bisheriges Wissen darüber an, obwohl ihre eigene Familie sie über die Nächte der Plünderung aufgeklärt hat. Die Raubzugnächte, in denen die Menschen von außerhalb in die Stadt eindringen und das Lagerhaus plündern dürfen, ohne eine Bestrafung fürchten zu müssen. Den Ausführungen glaubt Hayden, bis ihre Mutter das schlimmste in jedem der Familienmitglieder hervorruft. Als ihr Cousin und bester Freund Yisle dazu auserwählt wird, an einer dieser Plünderungen teilzunehmen, beschließt Hayden ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und der Wahrheit nachzujagen. Doch manche Dinge bleiben nicht grundlos unausgesprochen. Sie findet sich in der Realität wieder, die nicht zu ihrem Weltbild passt und in der es einzig ums Überleben geht. Wie sie feststellt, hat die Familie ihr unbewusst einen gehaltvollen Begleiter mit auf den Weg gegeben. Das Lied vom Phoenix. Ihr tun sich menschliche Abgründe auf, die sie begreifen lassen, dass es, in einer Welt wie dieser, manche Tore gibt, die man nicht öffnen sollte. Besonders nicht, wenn die Wahrheit unter die Haut geht …"

Meine erste Dystopie und ich weiß noch immer nicht, ob das Genre wirklich etwas für mich ist, obwohl ich eigentlich fast alles lese. Ich kam einfach nicht in die Geschichte hinein und ich kann nicht einmal sagen an was es wirklich lag. Erst dachte ich, ich hab einen schlechten Tag und das Buch wanderte zur Seite, aber auch nach weiteren 2 Versuchen ging es nicht besser. Dann hab ich mich einfach weiter gequält und ich hab mir, ehrlich gesagt, einige Male gedacht, dass ich das Buch abbreche. Ich konnte auch die durchwegs positiven Rezensionen kaum erklären, die ich ja zuvor schon gesichtet hatte. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, wie es jetzt dazu kommt, dass ich diesem Roman 4 von 5 Feen gebe? ( Falls ihr schon nach unten gescrollt habt auf die Bewertung.)

 

Als Hayden ihre Reise beginnt, hat mich das Buch nach und nach in seinen Bann gezogen. Und erst gegen Ende, als ich das ganze Buch mit seinem Inhalt verstanden habe, war ich fasziniert davon. D. B. Granzow schafft eine ganz neue Welt, entführt den Leser dorthin und lässt uns eine Reise durch diese erleben. Inzwischen kann ich auch verstehen, warum am Anfang, der sich für mich unendlich zog, alles sehr genau beschrieben wurde. Man muss diese Welt erst kennen lernen, wie es zugeht, wie sie aussieht, was die Menschen zu erwarten haben. Ohne diese Beschreibung könnte man sich nie ein so genaues Bild machen und würde nie dieses Erlebnis so stark empfinden, wie es am Ende dann der Fall ist.

 

Der Schreibstil ist sehr bildhaft, flüssig und etwas ganz eigenes. Hayden erzählt aus ihrer Perspektive und manchmal ist mir bei Erlebnissen die Luft weggeblieben, da ich mich gefühlt hatte, als würde ich an Haydens Seite stehen und alles hautnah miterleben. Das Einzige, dass ich mir vielleicht gewünscht hätte ist, dass Haydens positive Gefühle greifbarer für mich wären. Ich habe es ein wenig vermisst. Die negativen Gefühle waren dafür umso realer. Die zweite Hälfte hat mich richtig gefesselt! Es war spannend und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu erfahren, wie Haydens Reise weiter geht. Was hat es mit diesem Lied des Phoenix auf sich? Was steckt wirklich hinter den Plünderungen? Was wird Hayden alles aufdecken? Immer mehr Fragen warfen sich auf und eines kann ich euch verraten, auch ohne zu spoilern, sie werden alle beantwortet!

 

Die Protagonisten sind alles sehr genau beschrieben, gut durchdacht und haben jede/r ihre ganz eigene Geschichte.

Hayden, aus deren Sicht wir die Welt sehen, mit der wir auf die Reise gehen, ist ein Charakter mit sehr viel Tiefe. Sie entwickelt sich während der Geschichte und wächst mit jedem Erlebnis zu einem ganz besonderen Menschen. Sie ist ein starker Mensch, der seine eigene Meinung vertritt, sich nicht täuschen lässt, ein gutes Bauchgefühl hat und einfach bei all der Grausamkeit immer seine Menschlichkeit bewahrt.

 

Einen Teil ihres Lebensweges geht sie mit zwei besonderen Begleitern. Wir lernen sie besser kennen und wenn diese sich auch weniger entwickeln, als Hayden, kann ich doch sagen, dass es eine Veränderung bei beiden gibt. Sie sind sehr gut beschrieben und ich hatte eine genaue Vorstellung davon, wie die beiden aussehen und was sie fühlen.

 

Das Cover hat mich von Anfang an fasziniert. Es ist wunderschön und jetzt kann ich auch sagen, dass es sehr gut zu Hayden und ihrer Geschichte passt. Es spiegelt für mich einen Teil von Haydens Seele.

 

Fazit: Ein gelungener Auftakt zu einer Trilogie und ein sehr gut gelungener Debütroman des Autors D. B. Granzow. Es handelt sich um eine Geschichte eines Mädchens, dass in einer Welt aufwächst, die wir uns nur schwer vorstellen könne. In der Grausamkeit und Überleben an der Tagesordnung stehen und das ihr Leben bestimmt. Jedoch bewahrt sie immer ihre Menschlichkeit, wächst an ihren selbst auferlegten Aufgaben und lässt uns erkennen wie wertvoll Familie, Freundschaft, Vertrauen, Ehrlichkeit, Frieden und Freiheit tatsächlich sind.

 

Ich kann dieses Buch einfach empfehlen und kann euch nur raten, auch wenn der Anfang etwas langwierig ist, haltet durch, es lohnt sich wirklich! D. B. Granzow hat mich überzeugt, dass es sich lohnt ein Buch bis zum Ende zu lesen und nicht aufzugeben, wie auch seine Protagonistin nie aufgibt, egal wie schwer es auch für sie wird. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung und bin mir sicher, dass auch diese mich überzeugen wird.

 

Für diesen gelungen Auftakt, der uns so viel lehren kann, vergebe ich

 

 

(c) nariel

 

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