Winterlied von Katjana May


Klappentext:

 

Sie verdienen sich ihren Unterhalt durch Musik, Spiel und Tanz - Wanderer, heimatlos, misstrauisch beäugt. Der junge Tir ist einer von ihnen. Zum Überwintern in einer Burg gezwungen, trifft er dort auf die blinde Ailys, die streng bewacht gehalten wird. Doch nicht nur ihre eigenen Sippen werden ihnen zum Feind - in den Tiefen der Burg werden Legenden lebendig, und schon bald müssen Ailys und Tir nicht nur um ihre Zuneigung kämpfen, sondern auch gegen Geheimnisse, die mit ihnen allen verwoben sind. 

 

Meine Meinung:

 

Da ich bis vor kurzem noch in einer Leseflaute gehangen habe, dachte ich mir, dass ich einfach mal einen Kurzroman reinlese. Ich hatte noch keinerlei Erfahrung mit so kurzen Büchern und es war das erste mal, dass ich mich an so was ran getraut habe, daher waren auch meine Erwartungen nicht sehr hoch. 

Begegnet bin ich allerdings einer durchaus charmanten und spannenden Geschichte, welche mit einigen kleinen Überraschungen überzeugen konnte.

 

Das Cover wurde passend zum Inhalt gewählt. Das Gewand der Frau auf dem Bild passt zur Zeit im Buch, das Gitter und auch die Blume scheinen für den Inhalt des Buches gewählt worden zu sein, denn es spiegelt einige Eindrücke aus der Geschichte wieder. Ich mag das Cover und finde es sehr schön und ansprechend. 

 

Ich fand die Idee um diese Geschichte sehr schön ich mochte die Sippe der Wanderer sehr gerne, insbesondere den jungen Tir. Ein junger Mann der einen unbändigen Mut hatte um nicht die Augen vor der Welt und der Magie zu verschließen. Er war mir von der ersten Sekunde an sympathisch und genauso blieb es. Die Magie welche hier in diesem Buch beschrieben wird, fand ich sehr schön beschrieben, es ist eine Macht, welche durch Musik transportiert wird. Ailys ist eine sehr faszinierende Persönlichkeit, deren Herzlichkeit und Wärme ohne große Probleme bei mir Anklang fand. Wie sie mit der Situation, dass sie blind war,  vor dem Besuch der Sippe umgegangen ist und wie schnell sie anfing umzudenken war interessant zu lesen. Die Autorin hat der Musik eine schöne und tiefe Bedeutung gegeben, welche ich so noch nie gelesen hatte. 

 

Der Schreibstil war leicht und flüssig zu lesen und die Geschichte wurde in der Erzählform dargestellt. 

Allerdings hatte das Buch in meinen Augen, aber auch ein paar Schwächen. Leider hatten sich von meiner Seite keine tieferen Emotionen aufbringen lassen. Das fand ich sehr schade und ich hätte mir gerade in den vielen emotionalen Momente, welche es zweifelsohne gab, etwas mehr Tiefe gewünscht. Mehr Einblicke in die Gefühle des jungen Tir und der Ailys. Man hat zwar die leichte Romantik gelesen aber man hatte oft keine Gelegenheit sich näher hinein zu versetzen, weil sie auch oft wieder schnell vorbei waren. Was der netten Autorin allerdings erstaunlich gut gelungen ist, war der Aufbau und das Halten des Spannungsbogen. Neben zwei Hauptsträngen welche durch Perspektivenwechsel, zwischen Tir und Ailys dargestellt wurden, gab es einige Einspieler, welche einen Blick in die Vergangenheit zeigten. Das unterstrich die Geschichte natürlich und man konnte als Leser besser verstehen, worum es ging. 

Was mir allerdings etwas unklar war, ist die Tatsache wo kamen die Einblicke her? Waren es Erinnerungen oder war das die Magie der Burg, die hier am Leser arbeiteten? Leider hatte dieser Einblick, dann auch den Nachteil, dass mein Lesefluss an den Stellen oft zum stocken kam. Ich kann das auch nach dem Beenden nicht klar beantworten woher diese Einblicke kamen, was ich sehr schade finde. 

Aber trotz der Kritik, welche ich leider für mich entdeckt hatte, bin ich froh es gelesen zu haben und kann meiner Welt der Fantasy, wieder ein magisches und musikalisches Erlebnis gönnen. 

Für mich war es trotzdem eine gelungene Unterhaltung die mich gefesselt hat und mich auf eine kleine Zeitreise in eine Zeit von Burgen und Wandervölker mitgenommen hat. Es war ein tolles Erlebnis mit den beiden Hauptprotagonisten zu erkunden, raten und erforschen, was sich geheimnisvolles in diesem Gemäuer verbirgt. Alte Geschichten, viele Lügen und Geheimnisse gab es zu entwirren und zu enträtseln. Für so einen kleinen Roman eine doch beachtliche Leistung :) 

 

Fazit:

 

Eine mittelalterliche Urban-Fantasy Geschichte, die geheimnisvolle Dinge in sich birgt, konnte mich in seinen Bann ziehen. Trotz der für mich fehlenden tiefen Gefühle und nicht ganz nachvollziehbaren Rückblenden, war ich von der Geschichte und dem Geheimnis um Tir und Ailys gefesselt und konnte es sehr schön zwischenrein lesen, da es so schön kurz war. Für jeden der eine kleine Auszeit zwischen den vielen Fantasyreihen braucht, kommt hier auf seine Kosten. Ich mochte sie sehr und bin froh die zwei Protagonisten begleitet zu haben

 

Diese Geschichte bekommt von mir folgende Flatterfee Bewertung: 

  


 

Liebe Katjana May bitte unbedingt weiter machen und gerne mal in ein paar Details verlieren :) auch wenn ich weiss, dass viele Autoren der Fantasie nicht so viel wegnehmen wollen, schadet es nicht an einigen Stellen etwas länger zu verweilen um die Tiefe noch etwas besser an den Leser heranzubringen. 

Nach Abzug der Kritik daher leider nur 4 Flatterfeen, weil ich trotzdem wie gefesselt von dem Buch war und neugierig war, was es mir noch zu bieten hatte :)

 

~Rezension von Alisea~

 

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