Eine Liebe in der Bourgogne von Heike Franke

Klapptext

Ihr erster großer Job nach dem Studium und Johanna setzt ihn sprichwörtlich in den Sand. Um über die Runden zu kommen nimmt sie einen Job in einer Weinhandlung an und darf ihre neue Chefin Frau Sommer direkt in die Bourgogne zum Weingut der Béjarts begleiten. Neben neuen Gerüchen, Geschmäckern, Erfahrungen, sowie einer atemberaubenden Landschaft, lernt Johanne den Weinbauern Luc kennen. Doch nicht nur der Kampf gegen die Familientraditionen stellt die junge Liebe auf die Probe, sondern auch ein Problem der Moderne wartet auf die Winzerfamilie.
Schafft es die Familie mit Hilfe von Johanna ihr Problem zu lösen und wird die junge Liebe sich durchsetzen können?

Cover

Hat man das Buch in der Hand fällt einem direkt der Glanz des Covers ins Auge. Dies veredelt für mich das ganze Buch und bringt die unterschiedlichen Farben schön zur Geltung. Das Rot der Äpfel und Trauben, lässt das Obst richtig frisch wirken. Dazu im Vergleich die alte traditionelle Waage auf der das Obst liegt. Durch das Cover wird mir als Leser eine Romantik vermittelt, die eine Verbindung zum Titel und eine Erwartungshaltung an die Geschichte aufbaut. Daher bleibt mir nur zu sagen, dass es sich in meinen Augen um ein sehr gelungenes Cover handelt.

Meinung

Unsere Hauptprotagonistin Johanna ist eine junge sympathische Frau, die noch ihren Platz in der Arbeitswelt finden muss. Durch ihre Familie und ihre Erziehung ist sie eher eine zurückhaltende Frau, die sich nicht auf ihre Gefühle verlässt sondern eher mit dem Kopf entscheidet. Inmitten ihrem Kampf in der Arbeitswelt, lernt sie Luc, einen jungen Weinbauer, kennen. Dieser ist sehr ehrgeizig und will im ersten Moment viel für das Weingut und den Traditionen der Familie aufgeben. Doch er erkennt, dass er sich nicht verbiegen möchte und so beginnt für ihn ein Balanceakt zwischen seinen Gefühlen und den Traditionen. Schon allein die Mischung der beiden Hauptprotagonisten verspricht eine spannende Zusammenstellung. Dazu kommt die Beimischung der passenden Nebenprotagonisten. Da haben wir die verwöhnte Zicke, den traditionellen Arbeiter, die strenge Oma, die verrückte Schwester und die Freundin, die alles anders sieht und andere.
Die Charakterauswahl besticht also durch einen bunten Mix unterschiedlichster Personen, die trotzdem harmonisch aufeinander abgestimmt sind und sich perfekt ergänzen. Heike Franke gelingt es die Charaktere sehr lebensnah zu skizzieren, so dass man zu vielen Personen eine Verbindung in seinem Bekanntenkreis findet.

 

Dazu kommt eine detaillierte Recherche durch die Autorin, was das Thema Weinanbau, Weinverkostung und Weinvermarktung angeht. So kann man zum Beispiel auch als „Nicht Wein Kenner“ mit Johanna zusammen erleben, wie viele Geschmäcker und Nuancen ein Wein haben kann. Das ganze stellt die Autorin so bildlich dar, dass man es nicht nur liest sondern auch „schmeckt“.

Genau aus diesen vielen Gründen bekommt die Geschichte nicht nur eine tolle Liebesgeschichte und der Leser Weinkenntnissen vermittelt, sondern auch die richtige Portion Witz und Charme. Das Buch besticht außerdem mit dem einen oder anderen Rat, den man in seinem Leben bestimmt selber schon mal gegeben oder bekommen hat. Somit gab es einige Stellen in denen ich mich wiedererkannt habe und aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen bin.

Heike Franke schafft es durch ihre lebensnahe Geschichte den Leser direkt mit einzubinden und zu fesseln. Hatte ich zu Beginn mit den häufigen Perspektivwechsel so meine Probleme, muss ich mit etwas Abstand sagen, dass genau diese Perspektivwechsel das Buch richtig zum Leben erweckt haben und der Geschichte eine schöne eigen Dynamik verliehen haben. Außerdem hat dies zur Folge, dass man dadurch als Leser auch einen detaillierten Einblick in die verschiedene Welten, Gefühle und Gedanken der Personen erhält. Manchmal war es für mich als Leser nicht ganz klar, wieviel Zeit zwischen den einzelnen Geschehnissen vergangen ist. Hier hätte ich mir hin und wieder einfließende Zeitangaben gewünscht, um es für mich etwas nachvollziehbarer und runder zu gestalten.

Auch den ständigen Kampf zwischen Moderne und Tradition schafft es Heike Franke in vielen Facetten und Lebensbereichen einzubauen und für den Leser lebensnah darzustellen.
Einzig allein hätte ich mir hier noch etwas mehr aktiven Kampf zwischen den unterschiedlichen Parteien gegen Ende des Buches gewünscht. Doch mit dem Ende konnte mich die Autorin wieder vollends abholen.

Fazit:

Eine Liebe in der Bourgogne ist eine Liebesgeschichte, die man phasenweise auch mit „Mitten aus dem Leben“ beschreiben könnte. Die Autorin schaffte es durch ihre in meinen Augen sehr gute Charakterzusammenstellung, sowie die bildhafte und lebensnahe Schreibweise mir die Tränen vor Lachen in die Augen zu treiben, mit den Liebenden mitzuleiden und zu verzweifeln. Genauso aber auch die Landschaft kennen zu lernen, sowie die eigene Lust auf Wein zu wecken. Heike Franke hat mich mit ihrem Debütroman überzeugt und ich hoffe in Zukunft mehr von ihr zu lesen. Sie bekommt von mir eine klare Leseempfehlung!!!
 

Das Buch bekommt von mir 4 Flatterfeen, da es 1-2 Kleinigkeiten gab, die ich mir etwas anders gewünscht hätte um mich restlos zu überzeugen.

(c) Freya

 

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